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Rita Falk: Grießnockerlaffäre (Hörbuch)

Mein erster Ausflug in die bayrischen Provinz-/ Alpen-/ Dorfkrimis scheiterte bereits an nur einem Buch (Oberwasser von Jörg Maurer), das mir so rein gar nicht gefallen hat. Obwohl ich dieses bayrische Flair wahnsinnig gerne mag, war mir damals der Mordfall ein wenig zu lasch und die Stimmung zu künstlich. Es war Zeit für einen neuen Versuch und zwar als Hörbuch.

 

 
Grießnockerlaffäre

Kurzinfos zum Buch

Veröffentlicht: 2012
Verlag: Der Audio Verlag
Spieldauer: 6 Std. 38 Minuten (ungekürzt)
Buchlänge: 240 Seiten
ISBN: 978-3-423-24942-3
Preis: 19.95 Euro (Im Audible-Abo für 9.95 Euro erhältlich)
Gesprochen von: Christian Tramitz

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Darum geht es:

Im vierten Provinzkrimi um Franz Eberhofer bekommt es der Dorfpolizist mit einem Mord zu tun, der ihn selbst zum Hauptverdächtigen werden lässt. Ausgerechnet bei der Hochzeit vom Lieblingskollegen Stopfer findet man spät nachts den Vorgesetzten vom Franz tot im Hof der Polizeiinspektion – und das nach einem heftigen Streit zwischen Eberhofer und dem Barschl, der von zahlreichen Zeugen beobachtet wurde. Und da alle der Meinung sind, der Eberhofer wärs gewesen, muss der Franz selbst die Ermittlungen übernehmen.

 

Meine Bewertung:

Rita Falk kenne ich seit Hannes. Dieses so ganz andere, so gefühlvolle Buch hat mir dermaßen zugesagt, dass ich mich sogar noch mal an das Genre des Provinzkrimis aus Bayern herangetraut habe, obwohl ich diesbezüglich von einem anderen Autor eher enttäuscht wurde. Also das Audible-Guthaben in ein bayrisches Hörbuch, gelesen von Christian Tramitz, investiert und so kam es, dass ich bereits nach wenigen Minuten ein breites Grinsen im Gesicht herumtrug. Herrlich!

Die Atmosphäre war durchzogen von Heiterkeit, und ich sah sämtliche Charaktere stets vor mir, ohne auch nur einen von ihnen ernst nehmen zu können. Zu trocken waren die Kommentare von Franz, zu leicht heraus geführt so manche Unterhaltung, so süffisant vorgetragen von Tramitz. So bietet das Hörbuch auf jeden Fall eine Menge Spaß. Dass zusätzlich zu den recht unterhaltsamen Szenen eine Figur auftaucht, die ein wenig Schwere in die Geschichte hereintrug, half mir, dem Ganzen doch ein wenig Ernsthaftigkeit abzunehmen. Mit dem Auftauchen von Paul verändert sich spürbar die Stimmung bei der Oma und dem Vater vom Franz. Die Oma, verzückt von diesem unerwarteten Besuch, der Vater pikiert über die verschobene Aufmerksamkeitsspanne, die die Oma nun an den Tag legt.

Mit der Zeit und zunehmender Hördauer fielen mir jedoch einige Wiederholungen auf, die mich ein bisschen störten. Das waren so drei, vier Redewendungen und Themen, die immer wieder aufkamen, zum Beispiel Essen. Franz Eberhofer ist ein waschechter Genießer und so verliert er über jedes Gericht, das er zu sich nimmt, immer ein paar Worte. Ab und zu fließt einem da schon das Wasser im Mund zusammen, aber die immer gleichen Formulierungen ließen mir alsbald den Mund auch wieder trocken werden. Natürlich gehört das wohl einfach mit dazu, diese recht einfache Satzbaukonstruktion, die mir beim Hören das Gefühl gibt, da redet wirklich einer mit mir. Allerdings ist die bayrische Sprache doch auch sehr vielfältig, sodass nicht immer wieder das gleiche gleich gesagt werden muss. Das nahm mir zum Ende hin doch ein wenig die Freude am Hören.

Es muss eigentlich gar nicht erwähnt werden, dass ein großer Teil der Hörfreude auf den Sprecher Christian Tramitz zurückgeführt werden kann. Es war einfach herrlich, ihm dabei zuzuhören, wie der den Franz Eberhofer vertont, aber auch den verschnupften Moratschek. Ich bin gespannt, wie sich so ein Provinzkrimi von Rita Falk liest, aber ich kann mir gut vorstellen, dass die Vertonung dem ganzen noch ein wenig mehr Qualität verleiht.

 

Fazit:

Anfangs war ich schlichtweg vom Hörbuch begeistert: Heiterkeit, Sonnenschein und diese herzerfrischenden Charaktere. Dass neben dieser Leichtigkeit des Seins durch den Besuch eines alten Bekannten ein wenig Tiefe in die bis dato nicht ganz ernst zu nehmende Geschichte hereinkommt, schadet dem Ganzen überhaupt nicht. Gegen Ende hin wurde ich jedoch einiger Wiederholungen von Szenen etwas überdrüssig, sodass meine Begeisterung abnahm. Ein Hoch jedoch auf den Sprecher Christian Tramitz, ohne den mir das Buch ganz sicher nicht ganz so gut gefallen hätte.

 
4 von 5 Bewertungskatzen
 

Quelle: http://www.lesewiese.net/?p=5798